Der Landesbund für Vogelschutz empfiehlt
Ruhe bewahren
Immer wieder werden die Freiwilligen Feuerwehren
von besorgten Bürgern gerufen, weil sie befürchten
eine giftige Schlange im Garten zu haben.
Die Floriansjünger die hier vorbildlich im Sinne des
Artenschutzes handeln, sind sich mit Hans Strecker,
dem Kommandanten von der Freiwilligen Feuerwehr
Trostberg und Walter Gründl vom Umweltgarten
Wiesmühl/Alz einig, dass durch Aufklärung so mancher
Einsatz nicht notwendig wäre.

Fast immer handelt es sich hierbei um eine harmlose Ringelnatter, die sich gerne am und im Gewässer, z.B. einem Gartenteich aufhält. Im Umweltgarten können Besucher oft mehrere Ringelnattern zu gleicher Zeit beobachten. Die Ringelnatter ist eine sehr gute Schwimmerin und ernährt sich hauptsächlich von Fröschen und Fischen. Früher war sie bei der Bevölkerung sehr geschätzt als „Hausschlange“, da sie die Mäuse dezimiert hat. Man erkennt sie an den beiden gelben Flecken, den so genannten Mondflecken, die sich seitlich am Kopf befinden von blassgelb bis leuchtend gelb variieren. Ringelnattern werden bis zu 1,30m lang und sind von hellgrau über braun bis fast schwarz gefärbt. Sie können seltener auch Flecken oder Längsbänder haben. Bei Gefahr sondert die Ringelnatter ein übelriechendes Sekret aus und stellt sich nicht selten tot. Ringelnattern legen ihre Eier bevorzugt in Komposthaufen ab, weil sie die Verrottungswärme zum Ausbrüten der Eier nutzen.
Die bei uns vorkommende Kreuzotter hat dagegen ein deutliches Zackenmuster auf dem Rücken, einen kräftigen dicken Körper und auffällig rötliche Augen mit senkrecht geschlitzten Pupillen, die bei der Ringelnatter jedoch rund sind. Der Kopf trägt oft eine x-förmige Zeichnung. Mit max. 80 cm Körperlänge ist die Kreuzotter auch deutlich kürzer als die Ringelnatter. Die Kreuzotter, die eher an sonnigen Waldrändern und trockenerem Buschland vorkommt ist zwar giftig, reagiert aber sehr empfindlich auf Störungen und kommt deshalb in Hausgärten eigentlich nie vor.
Sabine Pröls vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. empfiehlt vor allem Ruhe zu bewahren und sich die Merkmale genau anzuschauen.
In naturnahen und strukturreichen Gärten, wo noch vieles in Ordnung ist, kommt die Ringelnatter regelmäßig vor. Man darf stolz sein, so ein Tier auf seinem Gründstück zu haben.