Igel gehören wohl zu unseren bekanntesten und vermutlich beliebtesten Tieren überhaupt: Sie sind putzig, wirken behäbig und sind Dank ihres Stachelkleides dennoch wehrhaft. Jeder kennt den Igel, doch nur wenige wissen um die Biologie der Art. Ganzjährig sind die Stachelritter auf der Suche nach geeigneten Versteckmöglichkeiten und Quartieren. Besonders jetzt, wo die kalte Jahreszeit bevorsteht, sollten möglichst viele Igelburgen gebaut und aufgestellt werden.
Das nasskaltes Wetter und kalte Temperaturen sorgen dafür, dass viele Igel bereits jetzt schon auf die Suche nach einem geeigneten Winterquartier gehen ... oft auch in unseren Gärten.
Leider sind viele Gärten jedoch alles andere als igelfreundlich. So stellen penibel gepflegte Rasenflächen umzäunt von eintönigen Thuja-Hecken keineswegs geeignete Lebensräume dar - sie bieten weder Nahrung noch Versteckmöglichkeiten.
Christiane Geidel, Artenschützerin im LBV, ruft deshalb dazu auf, den eigenen Garten nach Möglichkeit "igelgerechter" zu gestalten und den stacheligen Nachbarn bei der Nestsuche aktiv zu unterstützen: Neben einer naturnahen
Gestaltung mit einheimischen Stauden und Gehölzen oder einer "Schmuddelecke", in der sich Wildwuchs frei entfalten kann, sollte eine Igelburg in keinem Garten fehlen.
Um einen optimalen Schutz vor Feuchtigkeit zu bieten sollte die Burg an einem leicht erhöhtem, geschützten Ort liegen. Aufgeschichtetes Reisig und Laub genügen. "Die wohnungssuchenden Stacheltiere tragen dann selbst Laub und Moos in die Nesthöhle ihres neuen Versteckes ein". "Ist erst einmal das passende Versteck bezogen, kann der Igel die verbleibende Zeit bis zum Winterschlaf ausschließlich der Nahrungssuche und dem Anlegen von Fettreserven widmen".Der LBV hofft jetzt, dass viele Igelfreunde noch Hand anlegen und den putzigen Stacheltieren einen Unterschlupf bereiten.