Aus dem Nest gefallen

Jedes Jahr im Frühsommer gelangen wieder tausende scheinbar eltern- und hilflose Jungvögel in die Obhut mitleidiger Tierfreunde.

Solch gut gemeintes Bemühen richtet jedoch oft mehr Schaden als Nutzen an: In den meisten Fällen sind solche "Rettungsaktionen" gar nicht nötig, da die vermeintlich elternlosen Tiere auch am Boden weiter von ihren Eltern versorgt werden. Es handelt sich dabei meist um fast flügge Jungvögel, die selbstständig das Nest verlassen haben. Dies muss ihnen gar nicht einmal zum Verhängnis werden, im Gegenteil: indem sich die Jungtiere über das Umfeld verteilen, ist die Gefahr für jedes Einzelne, von Feinden entdeckt zu werden, wesentlich geringer als zusammen im Nest. Im halbhohen Geäst oder auf dem Boden sitzend, rufen die "Nestflüchter" mit Bettellauten nach ihren Eltern, die Sie auch außerhalb des Nestes weiter versorgen.

Nur wenn dem Findling unmittelbare Gefahr droht, zum Beispiel wenn er an einer Straße sitzt, sollte man eingreifen, indem man den Jungvogel an einem geschützten Ort, in der Nähe der Fundstelle setzt.

Übrigens können auch sehr junge Tiere bedenkenlos wieder ins Nest gesetzt werden, da sich Vögel, im Gegensatz zu Säugetieren, kaum über den Geruchssinn orientieren und die Jungen wieder annehmen.

Nur in seltenen Fällen sind die Jungvögel tatsächlich verlassen.


Fauna des Umweltgarten

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© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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Wichtig!

Wenn man sich allerdings dazu entscheidet, das Tier selbst aufzunehmen, muss man sich bewusst sein, dass es nur selten gelingt, Jungvogel von Hand aufzuziehen und auf ein Leben in der freien Natur vorzubereiten. Die Überlebenschancen eines in menschlicher Obhut aufwachsenden Jungvogels sind in der Regel recht gering.

 

Hier einige Tipps:

 

Mittels einer Pipette kann dem Jungvogel Flüssigkeit eingeflößt werden.

Als Nahrung gibt man z. B. Hackfleisch, Maden, Insekten, Fliegen o. ä.

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