Igel im Garten

Igel im Garten

 

Wie in jedem Herbst werden wieder zahlreiche Igel aufgegriffen, die noch unterwegs sind, um sich die letzten Fettreserven anzufuttern.

 

 

In der Regel ist die gut gemeinte Aufnahme dieser Tiere jedoch gar nicht notwendig.

Da die Betreuung eines Igels zudem sehr aufwändig ist, sollten nur wirklich kranke oder stark unterernährte Findlinge in Pflege genommen werden. Auf lange Sicht, so rät der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV), ist die beste Igelhilfe die naturnahe Gestaltung von Gärten, öffentlichen Grünflächen und der Feldflur.

Im Herbst gehen beim LBV wieder zahlreiche Anfragen besorgter Tierfreunde ein, wie man den jetzt wieder oft zu beobachtenden Igeln am besten über den Winter hilft. Während die Altigel ab Mitte Oktober bereits mit dem Bau ihres Winternestes beginnen, sind viele Jungigel noch bis in den November hinein unterwegs, um sich Fettreserven anzufuttern. Dabei sind sie entgegen ihren Gewohnheiten oft auch tagsüber aktiv. Doch im nahrungsarmen Spätherbst finden die jungen Igel auch in einem naturnahen Garten nicht immer genügend Regenwürmer, Schmetterlingslarven oder Schnecken.

Der LBV rät, diese Jungtiere durch Zufüttern zu unterstützen.

 

Folgende Trockenfuttermischung lieben sie ganz besonders:

500 g Haferflocken

120 g Kokosflocken

110 g Sesammus

100 g Rosinen

80 g gem. Haselnüsse

80 g gem. Mandeln

100 g Honig

150 g Katzen-Trockenfutter

200 g Erdnussbruch

150 ml Sonnenblumenöl

 

In jedem Fall sollte auch regelmäßig frisches Trinkwasser, z. B. durch eine Vogeltränke, bereitgestellt werden.

Nur Igel, die auffallend unterernährt sind (unter 500 g), sollten aufgenommen werden. Die igelfreundliche Gartengestaltung bietet einen optimalen Lebensraum für die stacheligen Tiere. Ihre Winterquartiere suchen die Igel bei anhaltenden Bodentemperaturen um null Grad auf. Ideal hierfür sind mit Laub gefüllte Erdmulden, Hecken oder Reisig- und Holzhaufen, in denen die Tiere Schutz gegen die Kälte finden. Die oft üblichen herbstlichen Aufräumaktionen im Garten sollte man daher lieber auf das Frühjahr verschieben. Igelhilfe sollte sich jedoch nicht nur auf den Herbst beschränken. Ein naturnah gestalteter und bewirtschafteter Garten mit vielen Naturelementen wie Hecken, Teichen, Obstbäumen, Steinmauern oder Wiesen bietet dem Igel ganzjährig einen Lebensraum. Der Verzicht auf Mineraldünger und chemische Bekämpfungsmittel sowie eine Bepflanzung mit heimischen Gewächsen sorgen dafür, dass das Stacheltier einen reich gedeckten Tisch vorfindet. Ein solchermaßen eingerichteter Garten ist der ideale Platz, um den Igel in den Dämmerungsstunden bei der Futtersuche zu beobachten. Und der Igel wird es Ihnen mit der Vertilgung von Schnecken und anderen Pflanzenschädlingen danken.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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