Bienen
nützen der Natur - wenn sie diese nutzen
Durch
wissenschaftliche Untersuchungen wurde bewiesen, dass in der Bestäubung
der Nutz- und Wildpflanzen die Honigbiene es ist, die zur Erhaltung und
Fortentwicklung der Pflanzen einen Anteil von 80 – 90 % beiträgt.
Dazu gibt es mehrere Gründe:
1. Die Honigbiene sammelt emsiger, da sie nicht nur Futter für den Tages-
bedarf braucht, sondern auch
Vorräte für die Winterszeit anlegt.
2. Von den blütenbesuchenden Insektenarten sterben im Herbst alle bis auf
die
Weibchen ab. Diese allein überwintern
und müssen im Frühjahr eine neue
Kolonie begründen. Die Honigbiene
überwintert im Volksverband von etwa
10 000 – 12 000 Einzelwesen
und diese können zur Hauptblütezeit im Mai
bis zu 4 Millionen Blüten täglich bestäuben. Wenn Sie unsere Obstbäume
in
der Vollblüte beobachten, werden
Sie feststellen, dass darin nur
Honig-
bienen summen, selten eine Hummel
, eine Wespe oder ein Schmetterling.
3. Die Honigbiene ist blütenstet, das heißt, sie sammelt solange als möglich
immer Pollen und Nektar von der
selben Pflanzenart. Dadurch überträgt
sie Blütenstaub von der Apfelblüte
wiederum zur Apfelblüte usw., denn
nur arteigener Blütenstaub führt
zu einer Befruchtung. Wir sehen dies an den
reinfarbenen Pollenhöschen, wie
z.B. orangfarbige vom Löwenzahn, rote von
der Taubnessel oder weiße von
der Apfelblüte. An der Hummel kann man
mischfarbige Pollenhöschen erkennen,
wie es sich beim Sammeln auf
verschiedenen Blumen ergibt.
4. Eine intensive Bestäubung bringt nicht nur vermehrten Fruchtansatz, sondern
auch eine volle Ausbildung der
einzelnen Früchte, die Fruchtqualität wird
ebenfalls vorteilhaft beeinflusst.
5.
Aber nicht nur unsere Kulturpflanzen werden durch die Honigbienen
bestäubt, sondern auch die Wildpflanzen
der Wälder und Fluren. Viele
Pflanzenarten wären ohne die
Honigbiene bereits ausgestorben, nur die Biene
erhält den Artenreichtum der
Pflanzen in unserer Landschaft. Die Früchte und
Samen dieser Wildpflanzen sind
wiederum Nahrungsgrundlage für viele Tiere
in Wald und Flur. Sie trägt somit
auch zum Erhalt von wildlebenden Tieren
mit bei.
Nehmen wir zum Beispiel den Buchfink: Seinen Nahrungsbedarf deckt er aus
den Samen und Früchten von 24 verschiedenen Bäumen und Sträuchern, die erst
durch die Honigbienen bestäubt werden
mußten.
Wie farblos, wie eintönig wäre unsere Umwelt ohne die Tätigkeit der Biene,
In einem einzigen, bienenlosen Jahrhundert hätte unsere Landschaft ein völlig
anderes Aussehen, da es keine Blumen , keine blühenden Sträucher und Bäume
mehr geben würde. Unsere Natur würde zur Öde und zur Steppe, es wäre unsere
Heimat nicht mehr. Jeder Imker ist deshalb mit seinen Bienen Landschaftspfleger
erster Ordnung.
In Deutschland betreiben etwa 100.000 Menschen die Bienenzucht. Nur 3 %
davon sind als Erwerbsimker anzusehen. Mehr als ¾ der Imker halten nur
bis zu 15 Bienenvölker, dies sind also Menschen die aus Liebe und Neigung
zur Natur Bienen halten.
Diese Menschen haben im Umgang mit den Bienen ein Naturerlebnis, das sie
in ihrer Großartigkeit immer wieder staunen lässt.
Der Umgang mit den Bienen prägt auch den Menschen. Die Biene duldet kein
nervöses, grobschlächtiges Zupacken. Sie verlangt von ihm Ruhe, Besonnenheit,
planvolles Handeln. Es geht bei der Betreuung von Bienen nicht hektisch
zu, es geht nicht darum Spitzenplätze in einem Rennen zu erreichen, oder
sonst irgendwie der Erste, der Beste, der Größte zu sein.
Nein, der Imker ist Pfleger, er erlebt im Bienenvolk ein Stück Natur die
ihn zum
Nachdenken über die Größe der Schöpfung
anregt und daraus wird er erkennen,
wie klein und bescheiden wir Menschen dieser Schöpfung gegenüber stehen.
Wir Menschen , die wir uns immer als Herren der Welt betrachten sind in
Wirklichkeit nicht die Größten, sondern auch nur ein Teil dieser Welt, genauso
wie auch die Bienen.
Wenn Bienen die Natur nutzen, dann entstehen ...
- keine Abfälle, keine Emissionen, kein Müll,
- Boden, Wasser und Luft werden nicht belastet,
- niemand wird belästigt, nichts wird verbraucht oder zerstört.
Hier gilt nicht das Wort: fressen oder gefressen werden.
Nein, wenn Bienen tätig werden, dann entsteht der Allgemeinheit ein volkswirtschaftlicher
Nutzen der 15 mal höher zu bewerten ist, als die Wertschöpfung durch die
Honig-produktion. Das heißt, wenn der Imker 1kg Honig erntet, dann haben
seine Bienen der Allgemeinheit einen Nutzen erarbeitet der 15 mal mehr wert
ist als 1kg Honig.
Das kann auf Landkreisebene schon
Beträge von mehreren Millionen Euro pro Jahr erreichen.
Nicht vergessen wollen wir das Produkt der Bienen - den Honig, Bienen sammeln
nicht Honig, sondern dessen Rohstoffe, den Nektar (Blütensaft) und den Honigtau.
Durch Zugabe körpereigener Enzyme und durch Entzug von Wasser entsteht ein
eimaliges Naturprodukt - der Bienenhonig
Seit Menschengedenken wird das Produkt der Honigbiene –der Honig-
als Nahrungs- und Genußmittel besonders geschätzt und entsprechend bewertet.
Durch Rasterelektronenmikroskopie, durch Computerchromatogramme und durch
andere analytische Meßmethoden, die in den ppb Bereich gehen, konnte man
die Inhaltsstoffe des Honigs genau bestimmen und ihre Wirkungen wissenschaftlich
beweisen. Honig enthält eine Vielzahl
von ernährungsphysiologisch bedeutsamen Inhaltsstoffen.
Die Hauptbestandteile (70%) sind die Gruppe der Kohlehydrate, also Zucker-
verbindungen, die als Einfachzucker wie Frucht- oder Traubenzucker unmittelbar vom menschlichen Organismus aufgenommen
werden und sofort in das Blut übergehen; im Gegensatz zu unserem Haushaltszucker.
Dem Haushaltszucker , gewonnen aus der Zuckerrübe, werden in der Raffinade
alle wertvollen Pflanzenstoffe entfernt, bis nur mehr die reine Sacharose übrigbleibt. Die
Zweifachzuckerart Sacharose ist für den menschlichen Organismus nur in schwerer
Verdauungsarbeit verwertbar. Sacharose ist im Honig nur in einer Größenordnung
von 5-10% vorhanden. Zum Abbau von Sacharose benötigt der
menschliche Körper das Vitamin B 1, das in isolierten Zuckern nicht enthalten
ist. Bei übermäßigem Zuckerverzehr werden Reserven aus dem Körperhaushalt
genommen und es kommt zum Vitamin B 1 Mangel. Die aufgespaltenen
Zuckerarten Fruktose und Glucose belasten den Stoffwechsel weniger, da die
Bauschspeicheldrüse auch weniger Insulin produzieren muß. Fruktose wird
sogar insulinunabhängig abgebaut und in der Leber zu Glykogen umgewandelt.
Die komplexe Mischung von verschiedenen Kohlehydraten und der relativ hohe
Chromgehalt und das Vorliegen von vielen anderen Begleitstoffen bewirken,
dass Honig günstiger verstoffwechselt wird als Haushaltszucker.
Somit ist die vielfach aufgestellte Behauptung „Honig ist gleich Zucker“
völliger Unsinn.
Honig
enthält auch Vitamine. Diese zwar in geringer Menge, sodass Honig als
Vitaminquelle ausscheidet, jedoch die Bedeutung dieser Vitamine (B1, B2,
B 6)
liegt in der Zuckerverwertung im Organismus.
Der Mineralstoffgehalt ist bei den einzelen Honigsorten sehr unterschiedlich,
er beträgt beim Blütenhonig etwa 0,3 %, bei Honigtauhonigen bis 1 %. Honig
enthält die Mineralstoffe Natrium, Magnesium, Calcium, Phosphor, sowie die
Spurenelemente Eisen, Kupfer, Mangan, Chrom uva. Diese Stoffe steuern im
unserem Körper die Muskel- und Nervenfunktionen und regulieren den Blutdruck.
Den Mineralstoffen im Honig kommen im Sinne einer Vollwerternährung eine
besondere Bedeutung zu, da der Gehalt an Mineralstoffen in den heutigen Lebensmitteln durch die industrielle
Verarbeitung abnimmt.
Bis heute konnten im Honig 12 verschiedene Fermente nachgewiesen werden,
unter andern Diastase, Sacharase, Inverstase ,Glucoseoxidase. Fermente werden
bei der Honigproduktion durch die Biene aus ihrem Körper zugefügt.
Jedes Ferment kann eine bestimmte chemische Reaktion herbeiführen. So spaltet
die Diastase die Stärke in kürzere Zuckerverbindungen, die Sacharase baut
Sacharose in Glucose und Fruktose ab und die Clucoseoxidase oxidiert Clucose.
Dies bewirkt, dass sich viele Bakterien nicht mehr ansiedeln und ausbreiten
können. Als Nebenprodukt entsteht dabei Wasserstoffperoxid, eine Substanz
mit antbakterieller Wirkung. Honigtauhonige wirken noch in einer Verdünnung
von 1:64 keimhemmend oder keimtötend. Die Gesamtheit der im Honig enthaltenen
Stoffe, die Bakterien hemmen oder abtöten nennt man Inhibine. Die antibakterielle
Wirkung des Honigs ist einwandfrei bewiesen.
Das erste Penicillin B wurde aus den Schimmelpilzen der Clucoseoxidase hergestellt.
Das alte Hausmittel „Heiße Milch mit Honig“ hat also durchaus seine Berechtigung.
Aminosäuren sind Grundbausteine der Eiweißstoffe. Als Eiweißquelle ist der Honig
für die tägliche Ernährung nicht geeignet, jedoch die Aminosäuren dienen
als Ausgangsubstanzen für die Bildung von Stroffwechselprodukten und als
Katalysatoren (Steuerungsstoffe). Am stärksten ist das Prolin vertreten
das zur Blutbildung benötigt wird.
Ferner gibt es im Honig Stickstoffverbindungen , wie das Acetylcholin, die
in kleinen Mengen große Bedeutung haben können. Das Acetylcholin wird in
isolierter Form als Medikament intravenös am Herzen eingesetzt.
In früherer Zeit sagte man „Honig ist Hafer für das Herz“. Kalium im Honig
wirkt auf die Darmperistaltik. Ein Teelöffel abends vor dem Schlafengehen
kann Darmprobleme regeln. Das Cholin im Honig hat auch eine ausgesprochen
günstige Wirkung auf die Leber, es wirkt einer Überbeanspruchung als auch
einer Verfettung entgegen.
Honig weist eine Vielzahl von organischen Säuren auf, die zu einem
kleinen Teil aus den Pflanzen, hauptsächlich jedoch aus den Speicheldrüsen
der Bienen stammen, wie z.B. Ameisen-, Bernstein-,Butter- und Zitronensäure.
Diese Säuren beeinflussen den Geruch und Geschmack der einzelnen Honigsorten
und wirken anregend auf den Appetit und die Verdauung. Da es hier große
Unterschiede bei den einzelnen Honigsorten gibt empfiehlt es sich mehrere
Sorten wechselweise zu konsumieren.
Ungefilterter
Honig enthält auch geringe Mengen an Pollen. Das Argument, dass die Wirkstoffe
im Honig so gering sind um eine Wirkung im Körper zu entfalten, lässt sich
am Beispiel des Pollens leicht widerlegen. Schon geringe Mengen an Pollen
können bei Allergikern schon Heuschnupfen auslösen.
Amerikanische Allergiespezialisten empfehlen den täglichen Genuß von kleinen
Honigmengen aus der Wohngegend um so eine allmähliche Gewöhnung an den
allergieauslösenden Stoff zu erreichen. Ungefilterten Honig erhalten Sie
beim
Imker.
Etwa 120
Aromastoffe wurden im Honig nachgewiesen. Diese Stoffe bewirken,
dass jeder naturbelassene Honig je nach Trachtlage anders schmeckt. Honige
die immer gleich aussehen und gleich schmecken sind standardisierte (verschnitten)
Honige.
Die ätherischen
Öle des Honigs wirken nachweislich erweiternd auf die Nierengefäße
und begünstigen den Wasserabgang. Beim Durchfall kann der Kaliumgehalt von
Bedeutung sein.
Honig ist leicht verdaulich und bekömmlich.
Besonders für Kleinkinder
bekömmlich ist der Rapshonig, da er wenig Säuren enthält.
Honig gehört zu den schadstoffärmsten Lebensmittel überhaupt, da viele Umweltgifte
durch die Filtersysteme Pflanze und Biene zurück gehalten werden. Chemische
Zusätze enthält ordnungsgemäß gewonnener Honig nicht.
Jeder verantwortungsbewußte Imker wird beim Einsatz von Medikamenten dies
nach der Honigernte tun und nur in vorgeschriebener Weise.
Der heutige Mensch ernährt sich falsch, er isst zu viel, zu fett, zu süß,zu
salzig, zu viel Fleisch, anderseits zu wenig Vitamine, zu wenig Mineralstoffe
und Ballaststoffe. Heutzutage werden zu viele Lebensmittel industriell be-und
verarbeitet, dabei gehen wertvolle Bestandteile verloren, und es müssen
chemische Stoffe zugesetzt werden.
Der Trend zum “Fast Food“ wird durch
Werbung verstärkt.
Der Gesundheit sind solche Manipulationen nicht dienlich.
Der menschliche Körper benötigt für den reibungslosen Stoffwechsel, und
damit für sein Wohlbefinden, nicht nur die Hauptnährstoffe Fett, Kohlehydrate
und Eiweiß, sondern auch viele Begleitstoffe, die den Auf-, Um- und Abbau
der Hauptnährstoffe erst ermöglichen. Je natürlicher ein Lebensmittel ist,
desto größer ist die Chance, daß die benötigten Stoffe in richtiger Menge
und Form vorliegen. Honig ist eines der wenigen Lebensmittel dem weder Stoffe
entzogen noch Stoffe zugesetzt wurden.
Ein Naturprodukt wie der Honig ist
im Rahmen einer Vollwerternährung
gerade in heutiger Zeit unverzichtbar. Honig gehört täglich auf den Tisch.
